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Berlin Alexanderplatz: Russische Premiere

„Mein demokratischer Auftrag“ 

Der Film  von Burhan Qurbani „Berlin Alexanderplatz“ wirft ein neues Licht auf eine alte Geschichte: Regisseur Burhan Qurbani zeigt Haltung.

Christiane Peitz /18.03.2020


Sein dritter Spielfilm, eine Gegenwartsversion von Alfred Döblins Romanklassiker „Berlin Alexanderplatz“ von 1929, wurde auf der Berlinale gefeiert. Beim Deutschen Filmpreis 2020 hält das Dreistundenwerk über den afrikanischen Einwanderer Francis, der in Berlins Drogendealerkreise gerät, mit elf Nominierungen die Top Position. 


Spätestens mit dieser Parabel auf die Opfer der Globalisierung gehört Burhan Qurbani zu den derzeit interessantesten jungen Regisseuren in Deutschland. 1980 als Sohn afghanischer Flüchtlinge im nordrhein westfälischen Erkelenz geboren, befasst er sich auf energische Weise mit den Themen unserer Zeit: Migration, Identität, Diversität, das Recht auf Heimat. Wer ihm begegnet, lernt einen nachdenklichen und nachdrücklichen Künstler kennen. Einen, der Haltung zeigt und gleichzeitig leise, auch zweiflerische Töne anschlägt. Genau wie seine Filme.„Ich bin totaler Verfassungspatriot“, sagt Qurbani, wenn man ihn nach der mit Füßen getretenen Würde seines Protagonisten fragt. „Das deutsche Grundgesetz gehört zu den schönsten, poetischsten, klügsten juristischen Texten der Welt.“ Filme machen versteht er nicht nur als Bildungsauftrag, sondern „als demokratischen Auftrag: den zum antifaschistischen Widerstand“.


Über die Zukunft des Kinos als Ort des sozialen Miteinanders macht Qurbani sich keine Sorgen. „Ich stecke in der Haut eines anderen, das Handy ist abgeschaltet, ein Riesenprivileg.“ Erst recht bei „Berlin Alexanderplatz“: Drei Stunden lang lebt und leidet man mit einem Menschen, den man gewöhnlich kaum eines Blickes würdigt.

 

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04.10.2010, 21:00


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