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Mensch nach einer Katastrophe
Das Projekt „Mensch nach einer Katastrophe. Reflexion der Realität im russischen und deutschen Kino“ beinhaltet eine Reihe öffentlicher Gespräche, die nach Doppelvorführungen russischer und deutscher Filme stattfinden.

9. November 2020


Am 9. November treffen sich die Regisseure Julian Radlmeier und Alexej Fedortschenko zum ersten Mal im Kino Lenfilm. Das öffentliche Gespräch zwischen dem deutschen und dem russischen Regisseur findet nach der Vorführung ihrer Filme Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes und Engel der Revolution statt und setzt das bei Lenfilm im Rahmen des Deutschlandjahres organisierte Projekt „Mensch nach einer Katastrophe“ fort. Die Diskussion wird von Saskia Walter, Co-Kuratorin des Programms, Regisseurin und Redakteurin des Magazins Revolver, und dem Filmkritiker Alexej Artamonow moderiert.

 

Die Revolution ist verloren und wurde zu einer Tragödie. Aber heißt das, dass wir aufhören müssen, an die Möglichkeit der Umgestaltung der Welt aus gerechteren Gründen zu glauben?

 

Sowohl der Film von Alexej Fedortschenko als auch der Film von Julian Radlmeier lassen das Gespenst des Kommunismus wieder auferstehen (im letzteren Fall „Kommunismus ohne Kommunisten“).  In Engel der Revolution sehen wir revolutionäre Romantiker*innen am Rande der Tragödie, in Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes einen linken Künstler, der sich zu der ihn umgebenden sozialen Realität zynisch verhält. Diese Filme werfen unterschiedliche Fragen darüber auf, wie wir mit dem revolutionären Erbe umgehen, aber beide erfordern eine direkte Beteiligung des Publikums – die Antworten müssen von uns erarbeitet werden.  Und das verbindet sie mit den besten Beispielen progressiver Kunst.


Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung erforderlich: https://lenfilm-even-org.timepad.ru/event/1472706/


Sie können sich auch in einem Onlineformat an der Diskussion beteiligen: Wir übertragen das öffentliche Gespräch auf der VKontakte-Seite des Filmstudios Lenfilm und auf dem YouTube-Kanal von Lenfilm.


Organisator:

Alexandra Akhmadtschina


Ort und Adresse der Veranstaltung:

Kino „Lenfilm“, Kamennoostrowskii Prospekt. 10, U-Bahn Gorkowskaja, St. Petersburg


09.11.2020

7. November 2020

 

Die erste Vorführung läuft am 7. November im Rahmen des Festivals „Botschaft an den Menschen“. Das Projekt beginnt mit der russischen Premiere des Films „Zustand und Gebäude“ von Ute Adamczewski, der beim Leipziger Dokumentarfilmfestival den Hautpreis gewann und in gewisser Weise mit dem monumentalen Meisterwerk des deutschen Klassikers von Thomas Heise „Heimat ist ein Raum aus Zeit“ übereinstimmt.

 

Zusammen mit Adamczewskis Film ist das selten gezeigte Werk „Auschwitz“ von Jelisaweta Swilowa zu sehen, Ehefrau, Muse und Editorin der Filme von Dsiga Wertow, der Film, der zu einem der wichtigsten Anklagedokumente der Nürnberger Prozesse wurde.

 

Adamczewski arbeitet mit der Erinnerung an die Opfer deutscher Konzentrationslager, indem sie den Ort zeigt, aber absichtlich alle Aktionen im Off lässt und Dokumente in einer asynchronen Reihenfolge anordnet, um die Geschichte der vergangenen siebzig Jahre zu einer Gleichzeitigkeit zu komprimieren, die Vergangenheit und die Zukunft in der Gegenwart zu sehen. Den Blick zurück in die Vergangenheit bietet Jelisaweta Swilowas einzigartige Chronik der Befreiung von Auschwitz durch sowjetische Truppen. Diese Zeitbewegungen bilden anschließend das Gesprächsthema.

 

Nach den Vorführungen findet unter Beteiligung der Regisseurin Ute Adamczewski und des Chefredakteurs des Magazins Cinema Alexander Pronin eine Diskussion über das Gedächtnis im Kino statt. Das Gespräch wird von der Co-Kuratorin des Programms, der Regisseurin und Redakteurin des Magazins Revolver Saskia Walker und dem Filmkritiker Alexej Artamonow moderiert.

 

Kurator*innen des Projekts: Alexandra Akhmadtschina, Saskia Walker, Konstantin Schawlowski

 

17:30 Uhr – Vorführung des Films „Zustand und Gelände“ (Ute Adamczewski, Deutschland, 2019, 119 Minuten).

 

20:00 Uhr   –  Vorführung des Films „Auschwitz“  (Jelisaweta Swilowa, UdSSR, 1945, 20 Minuten).

 

20:30 Uhr  –   öffentliches Gespräch mit Regisseurin Ute Adamczewski und Filmexperte Alexander Pronin. 

 

Moderator*innen: Redakteurin des Magazins Revolver und Regisseurin Saskia Walker, Filmkritiker Alexej Artamonow

 

Der Eintritt ist frei, eine Registrierung ist erforderlich: https://lenfilm-even-org.timepad.ru/event/1470187/

 

Organisator:

Alexandra Akhmadtschina

 

Ort und Adresse der Veranstaltung:

Kino „Lenfilm“, Kamennoostrowskii Prospekt. 10, U-Bahn Gorkowskaja, St. Petersburg


07.11.2020

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